Diagnose Rheuma

Die Diagnose Rheuma schockiert zunächst die meisten Familien. Nicht selten haben sie einen Ärztemarathon hinter sich, bevor eine Zuordnung der unterschiedlichen Beschwerden zum Verdacht des Krankheitsbildes Rheuma erfolgt. Ein Kinderrheumatologe leitet gezielte Untersuchungen zur gesicherten Diagnosestellung ein. Hierzu gehören z.B. Anamnese, Blutuntersuchungen, der Ausschluss anderer Erkrankungen sowie gegebenenfalls bildgebende Untersuchungen (MRT) oder auch Ultraschalluntersuchungen. Nach Diagnosestellung benötigt jeder Patient auf Grund der Vielschichtigkeit der Erkrankung einen individuellen Behandlungsplan.

Beim kindlichen Rheuma handelt es sich um eine komplexe Autoimmunerkrankung, die in verschiedenen Formen mit diversen Unterkategorien auftritt, deren Ursachen weitestgehend ungeklärt sind. Die Beschwerden können von den Gelenken, Bändern, Sehnen, Knochen und Muskeln ausgehen. Sie können die Haut, die Schleimhäute und innere Organe, vor allem die Nieren und das Herz betreffen. Eine Beteiligung der Augen ist vor allem bei der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) (juvenile=kindlich/jugendlich / idiopathisch=unbekannter Ursache /Arthritis – Gelenkentzündung) häufig, die zu schweren Schädigungen bis zur Erblindung führen kann! Der Verlauf rheumatischer Erkrankungen ist meistens schubweise wie bei einer Achterbahnfahrt. Gute und schlechte Phasen wechseln sich ab. Die Krankheit ist unvorhersehbar, individuell und vielfach durch entzündete sowie geschwollene, teilweise steife Gelenke mit starken Schmerzen und unterschiedlichen Bewegungseinschränkungen gekennzeichnet.

Daher ist eine schnelle Diagnose für die Kinder wichtig. Doch leider dauert die Diagnose noch häufig viel zu lange, so dass die Erkrankung fortschreitet. Dies bedeutet für die Kinder oftmals, dass sie unter starken Schmerzen und körperlichen Einschränkungen leiden. Ihre Leiden werden vielfach aus Unwissenheit über die Erkrankung Rheuma in der Familie und/oder bei Ärzten nicht schnell genug erkannt. Manches Mal verbirgt sich auch die Vermutung nach dem „Schrei der Aufmerksamkeit“, aber auch die Diagnose „Übereltern“ ist keine Seltenheit. Gelegentlich wird auch die Psychatrie empfohlen. Ein Ergebnis einer Auswertung zahlreicher Stellungnahmen, die uns von Eltern und Kindern erreicht hat und uns Sorgen bereitet.

Hier erfordert es dringend mehr Aufklärung bei Eltern, Ärzten und in der Gesellschaft.