Was ist Kinderrheuma?

Was ist Kinderrheuma?

Der Begriff Rheuma kommt aus dem altgriechischen und beschreibt diese Krankheit mit „Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit fließenden, reißenden und ziehenden Schmerzen, die oft mit funktioneller Einschränkung einhergehen“. Bei Kinderrheuma handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen, wie Zellen oder Gewebe arbeitet. Die Folgen sind äußert schmerzhafte und entzündliche Prozesse im Organismus des betroffenen Kindes. Rheuma ist zurzeit noch eine unheilbare Krankheit, die heute allerdings durch moderne Therapien in den allermeisten Fällen gut behandelbar ist
Diese Therapien können zu deutlicher Schmerzfreiheit und dem Erhalt der Lebensqualität führen. Bereits Kleinkinder können erkranken. Die Beschwerden können Gelenke, Bänder, Sehnen, Knochen, Muskeln, aber auch Augen, Haut, Gefäß- und Bindegewebe, Schleimhäute oder innere Organe betreffen. Kinderrheuma ist oft mit geschwollenen, entzündeten und teilweise steifen Gelenken gekennzeichnet, die mit starken Schmerzen und unterschiedlichen Bewegungseinschränkungen verbunden sind. Gute und schlechte Phasen wechseln sich ab.

Formen des kindlichen Rheumas

  • Polyarthritis (Poly=viele, Arthritis=Gelenkentzündung), Rheumafaktor positiv (mehr als 5 betroffene Gelenke, länger als 6 Monate, im Blut nachweisbar/HLA-B27 positiv).
  • Polyarthritis, Rheumafaktor negativ (mehr als 5 betroffene Gelenke, länger als 6 Monate, nicht im Blut HLA-B27 nachweisbar).
  • Oligoarthritis (Oligo= wenige), persistent, es sind mehr als 6 Monate bis zu 4 Gelenke betroffen.
  • Oligoarthritis, extended, es sind mehr als 6 Monate über 4 Gelenke betroffen.
  • Systemische juvenile idiopathische Arthritis (wird auch als Still-Syndrom oder Morbus Still
    bezeichnet). Hier handelt es sich um eine schwere Form des rheumatischen Formenkreises, da Organe beteiligt sind.
  • Arthritis mit Enthesitis, Gelenkentzündungen mit Beteiligung der Sehnen und Bänder.
  • Psoriasis-Arthritis, Schuppenflechte mit einhergehenden oder später auftretenden Gelenkentzündungen.
  • Iridozyklitis / Uveitis, Augenbeteiligung, die relativ häufig bei der JIA auftritt. Sie kann bei nicht rechtzeitiger Behandlung zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung des Kindes führen. Regelmäßige Augenkontrolle ist daher sehr wichtig.
  • Juvenile Dermatomyositis, hier handelt es sich um Kollagenosen (Erkrankungen des Bindegewebes). Tritt sehr selten auf.
  • Weitere rheumatische Erkrankungen:
    • Dermatomyositis
    • Vaskulitiden können als Komplikation oder als eigenständige Erkrankung auftreten. Hierbei handelt es sich um Entzündungen der unterschiedlich großem Blutgefäße. Auch innere Organe können betroffen sein, was werden kann, wenn Nieren und/oder das Gehirn betroffen sind.
    • Systemischer Lupus
      Beim systemischen Lupus können Antikörper über das Blut im gesamten Körper verteilt werden und überall Entzündungen und Schädigungen auslösen. Es können Organe, Bindegewebe, Gelenke, Gehirn, Schleimhäute, Blutgefäße oder auch die Haut betroffen sein.

Anmerkung: Wir geben keine Garantie für Vollständigkeit, es dient nur als Leitfaden/Orientierung

Formen der rheumatischen Erkrankung

Viele Eltern hören den Begriff „juvenile idiopatische Arthritis“(JIA), was so viel wie „kindliches (juveniles) Rheuma (Arthritis) unbekannter Ursache (idiopatisch)“, länger als 6 Wochen bedeutet. Die „JIA“ gliedert sich in verschiedene Untertypen, die wiederum von vielen Faktoren abhängig sind. So spielen beispielsweise die Anzahl der betroffenen Gelenke, die Beteiligung von Sehnen, Augen, Haut sowie innerer Organe eine Rolle. Auch das Alter der Erkrankung fließt mit ein.